Mein Auftritt: Wie überzeuge ich?

Die Fähigkeit, andere Menschen zu überzeugen, brauchen wir alle praktisch täglich: vor allem im Beruf, aber auch im Privatleben und vielleicht im Zusammenhang mit einem Ehrenamt. Aber wie gelingt uns das? Was macht diese Fähigkeit aus? Darum ging es in dem B.F.B.M.-Online-Workshop "Überzeugend auftreten!" mit Trainerin und Coach Astrid Windfuhr.

Astrid WindfuhrEine laute Stimme, taktische Rhetorik, raumgreifende Körpersprache, Power-Dressing - die Liste der gängigen Empfehlungen, wie „man“ oder „frau“ auftreten sollte, ist lang. Aber welche kommunikativen Mittel wirken in einer konkreten Situation wirklich überzeugend? Sehr bekannt ist in diesem Zusammenhang die „58-35-7-Regel“, die sich auf eine US-amerikanische Studie von 1971 bezieht und das Wirkverhältnis von Körpersprache (58%), Stimme (35%) und Inhalt des Gesagten (7%) beschreiben soll. „Diese viel zitierte Studie wird allerdings fast immer verzerrt wiedergegeben.“, erklärt Astrid Windfuhr (Foto links). „Zu den Ergebnissen kam es in Experimenten, in denen bestimmte Aussagen absichtlich mit einer gegensätzlichen Körpersprache kombiniert wurden.“ Fazit: Entscheidend ist die Stimmigkeit des persönlichen Auftritts! Und die ist nicht mit antrainierter Körpersprache zu erreichen, wie eine ganz neue Studie zeigt. Aufgesetzte Körpersprache oder eine gezielt veränderte Stimmlage werden vom Gegenüber intuitiv erkannt. 

Die eigene Haltung ist entscheidend

Astrid Windfuhr: „Der Schlüssel zur Überzeugungskraft ist deshalb die eigene innere Haltung. Wenn ich über etwas spreche, woran ich auch selbst glaube, ergibt sich eine stimmige Körpersprache von ganz allein.“ Auch bei Auftritten vor einem Publikum und wichtigen Gesprächen, die vorbereitet werden können, empfiehlt sie, sich auf die eigenen kommunikativen Stärken zu besinnen und diese bewusst einzusetzen. 

Dementsprechend war der Online-Workshop darauf ausgerichtet, eigene Ressourcen (wieder) zu entdecken. Im Austausch zu zweit erinnerten sich die Frauen an Situationen, in denen sie in der Vergangenheit überzeugen konnten und gingen gemeinsam auf die Suche nach den jeweiligen Erfolgsfaktoren dafür. Die reichten von Gelassenheit und Humor über Empathie und gute Vorbereitung bis hin zu Ehrlichkeit und authentischem Auftreten. In Einzelübungen zur Selbstreflexion machten sich die Teilnehmerinnen auf die Suche nach weiteren kommunikativen Stärken. Astrid Windfuhr: „Das, wofür wir ein Talent haben bzw. das, was wir in unserer Kommunikation sowieso gern tun, können wir auch gezielt für unseren Erfolg einsetzen! ein authentischer Auftritt ist immer glaubwürdig.“

Kommunikative Stärken gezielt einsetzen

Anschließend ging es wieder in den Austausch mit einer Gesprächspartnerin. Diesmal lautete die Frage: Welche Impulse geben mir die Entdeckungen des heutigen Abends für eine demnächst anstehende Situation? Verblüffendes und sehr hilfreiches Aha-Erlebnis einer Teilnehmerin: „Von den drei kommunikativen Stärken, die ich heute betrachtet habe, setze ich im Gespräch mit einem bestimmten Gesprächspartner am besten nur eine ein. Die wird ihn beeindrucken und die beiden anderen Stärken nutze ich besser in anderen Situationen.“ 

22 Frauen aus ganz Deutschland hatten an dem Online-Workshop teilgenommen. Feedback von B.F.B.M.-Mitgliedsfrau Elinor Maiß: „Ich fand es toll, wie interaktiv die Veranstaltung war! Es war eher ein Gespräch als eine Präsentation.“ Und Gastfrau Melanie Kaspari ergänzt: „Zum B.F.B.M. komme ich auf jeden Fall wieder!“

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