Gewaltfreie Kommunikation im Job

Schimpfen oder lästern Sie auch manchmal über andere Menschen, mit denen Sie gerade einen Konflikt haben? "Lassen Sie das - zumindest in Gedanken - ruhig zu. Solche negativen Bewertungen sind als Ausgangsbasis für Konfliktlösungen sogar nützlich", meint Marianne Gillessen, Expertin für Gewaltfreie Kommunikation. Den B.F.B.M.-Frauen in Köln zeigte sie, wie man aus Anschuldigungen Bedürfnisse heraushört und diese produktiv für Problemlösungen nutzt.

Das Modell der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) wurde von Marshall B. Rosenberg, einem amerikanischen Psychologen, entwickelt. Eine Grundannahme dabei ist, dass alle Menschen die gleichen Bedürfnisse haben, wie zum Beispiel Sicherheit, Wertschätzung, Zugehörigkeit, Ruhe oder Harmonie. Werden diese Bedürfnisse - die uns aber häufig nicht bewusst sind - nicht befriedigt, entstehen unangenehme Gefühle wie Ärger, Wut oder Trauer. Und die wiederum führen zu aggressivem Verhalten oder Rückzug. Beides verhärtet Konflikte, anstatt sie zu einer Lösung zu führen.

Konfliktsituationen in vier Schritten auflösen

Marianne GillessenFestgefahrene Konflikte waren es auch, die Marianne Gillessen zur Gewaltfreien Kommunikation brachten. Die IT-Fachfrau und B.F.B.M.-Mitgliedsfrau arbeitete damals als IT-Projektleiterin und war dabei mit typischen Problemen wie ungeklärten Verantwortlichkeiten und nicht eingehaltenen Zusagen konfrontiert. Mit der GFK lernte sie, solche Situationen konstruktiv zu lösen.

Ausgangspunkt ist immer die negative Bewertung einer Situation oder Person wie z. B. „Mein Mitarbeiter ist unfähig“ oder „Mein Chef ist ein Kontroll-Freak“. Marshall B. Rosenberg nennt das „die Wolfssprache“. Im ersten Schritt geht es darum, die Interpretation oder Unterstellung, die in der Bewertung liegt, hinter sich zu lassen und auf die Ebene reiner Beobachtung zu kommen: Was ist wirklich passiert? Was hat mein Gegenüber konkret gesagt und getan? Was habe ich selbst gesagt und getan? Im zweiten und dritten Schritt gilt es, die eigenen Gefühle und das eigene Bedürfnis zu verstehen, das in dieser speziellen Situation im Vordergrund steht. Daraus wird schließlich eine Bitte an den Konfliktpartner formuliert. Für diese freundliche und partnerschaftliche Art der Kommunikation steht im Modell als Symbolfigur die Giraffe.

Raus aus der Opferrolle!

„Durch den Lösungs-Prozess mit GFK fühle ich mich allein deshalb schon besser, weil ich selbst Verantwortung für meine Gefühle übernehme, für mich eintrete und so aus der Opferrolle heraus komme“, erklärt Marianne Gillessen. Heute ist sie (im Foto mit den Spielfiguren für „Wolf“ und „Giraffe“) nebenberuflich GFK-Trainerin und Coach. Die Teilnehmerinnen in Köln begeisterte sie mit einem humorvollen und klar auf den Punkt gebrachtem Vortrag und verschiedenen praktischen Übungen.

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