Wie emanzipiert sind wir wirklich?

In Deutschland sind nur 22,5 % aller Führungspositionen mit Frauen besetzt und die Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen beträgt immer noch 21,6 %. In zwei aufeinanderfolgenden Veranstaltungen haben die B.F.B.M.-Frauen in Frankfurt eine Bestandsaufnahme zur Gleichstellung von Männern und Frauen gemacht und eigene Lösungen diskutiert.

Der Status Quo ist ernüchternd

Für die erste Veranstaltung unter dem Titel „Mann und Frau im Wandel – sind wir als Frau so emanzipiert wie wir denken?“ hatten die drei Mitgliedsfrauen Susanne Lorenz, Inka C. Schanze und Eva M. Stenger ausführlich recherchiert. In einem spannenden Impulsvortrag gaben sie einen Einblick in die Geschichte der Frauenbewegungen mit ihren Höhen, Tiefen und bedeutenden Errungenschaften für die Gleichberechtigung von Frauen in Beruf, Familie und Gesellschaft. Als sie Zahlen und Fakten zum Status Quo präsentierten, zeigte sich jedoch ein ernüchterndes Bild. Hier einige Beispiele: 603 Mio. Frauen leben in Ländern, in denen häusliche Gewalt als legitim betrachtet wird. Nur 17 von 183 Ländern haben Gesetze gegen sexuelle Belästigung in der Öffentlichkeit eingeführt. Weltweit sind nur 23,3 % aller Parlamentsabgeordneten Frauen. Und auch in Deutschland sind Mann und Frau in vielen Lebensbereichen längst nicht gleichberechtigt: Die Gender Pay Gap beträgt immer noch 21,6 %, der Einkommensunterschied bei den Renten (Gender Pension Gap) sogar 42 %. 

Kommentar von Teilnehmerin Christiane Lünser: „Sind wir so emanzipiert wie wir denken? Nach diesem Vortrag sage ich NEIN. Es gibt noch einiges zu tun. Nehmen wir unser Leben in die Hand!“

Im B.F.B.M. gemeinsam Lösungen entwickeln

In lebhafter Gesprächsrunde zeigte sich der Wunsch der Gruppe, noch einen zweiten Workshop zu organisieren, um gemeinsam Lösungsansätze für die Umsetzung gewünschter Veränderungen im eigenen Umfeld zu entwickeln. „Raus aus der Gender Gap – wir sind als Frauen unbezahlbar!“ war dann das Motto der zweiten Veranstaltung einen Monat später. Die Frauen in Frankfurt konzentrierten sich dabei u. a. auf folgende Fragen:

  • Was bedeuten „Erfolg“ und „Karriere“ konkret für mich persönlich?
  • Welche Ängste, Prägungen, Glaubenssätze will ich lösen?
  • Wie finde ich vom Beruf zu meiner Berufung?
  • Wie können wir Frauen uns gegenseitig unterstützen?

Erfolg bedeutet für die Frankfurter B.F.B.M.-Frauen weder Millionen zu scheffeln noch berühmt zu werden. Viel wichtiger sind ihnen ein sicheres und faires Einkommen, die Freiheit Talente zu entfalten und über Weiterentwicklung zu wachsen. Interessante Lösungsansätze zur Erreichung von eigenen Zielen waren „positive Selbstprogrammierung durch Sprache“ und „der eigenen Energie und Begeisterung folgen“. Fazit von Eva Stenger aus dem Team der Moderatorinnen: „Egal, wie jede von uns ihren persönlichen Erfolgsweg definiert, es liegt tatsächlich in unseren eigenen Händen, selbst-bestimmt zu agieren und uns im Leben selbst-bewusst zu positionieren. Eine entscheidende Rolle spielt dabei unser Selbst-Wert. Über den offenen Austausch stärken wir uns gegenseitig und gehen mutig voran!“

Die Frankfurter B.F.B.M. Gruppe hat für sich eine neue Organisation gefunden, die genügend Freiraum bietet, auch spontane Themenwünsche aufzugreifen und miteinander kreative Ideen oder Lösungen zu entwickeln. Es bleibt also spannend!

Die nächste Gelegenheit zum Kennenlernen und Mitmachen bietet sich am Dienstag, 26. Juni 2018, um 19:30 Uhr im EVA Frauenbegegnungszentrum Frankfurt zum „Markt der Möglichkeiten – wir lassen Ideen sprudeln“. Oder beim Netzwerkabend am Dienstag, 31. Juli 2018.

Kommentare
    • Hennig Elke 28. Juli 2018 08:27

      Emanzipation hin oder her - ich frage mich aber immer wieder was "Frau" jeweils unter Emanzipation versteht? solange "Frau" hier nicht bei sich klar ist, - bewußt UND unbewußt - wird u.U. oftmals Energie "verbrannt und der Körper gibt die Antwort lg Elke

      Antworten
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