Verbesserung für Solo-Selbstständige

Der Einsatz verschiedener Unternehmer- und Berufsverbände für eine bessere soziale Absicherung für Solo-Selbstständige hat einen ersten Erfolg gebracht: Der Bundestag hat ein Gesetz verabschiedet, das die Mindestbemessungsgrenze in der Krankenversicherung halbiert. Das bedeutet, dass Solo-Selbständige mit geringem Einkommen ab 2019 weniger Beiträge zahlen müssen.

Mindestbemessungsgrenze in der Krankenkasse wird halbiert

Bislang galt für Selbstständige eine Mindestbemessungsgrenze von 2.284 Euro im Monat. Das hieß, dass - egal wie hoch der Gewinn einer Selbstständigen tatsächlich war - auf der Basis dieses angenommenen Einkommens die Krankenkassenbeiträge berechnet wurden. Der Mindestbeitrag lag dementsprechend bei ca. 420,00 Euro, auch dann, wenn das Einkommen zum Beispiel nur bei 1.000,00 Euro betrug. Für Gründer und Solo-Selbstständige stellt das eine unzumutbare Belastung dar. Überdurchschnittlich häufig sind von dieser Problematik übrigens Frauen betroffen. Deshalb hatte sich auch der B.F.B.M. für eine Änderung des entsprechenden Gesetzes im Deutschen Frauenrat und durch die Unterstützung von Petitionen stark gemacht.

Die neue Regelung, die zum 1. Januar 2019 in Kraft tritt, sieht so aus: Die Mindestbemessungsgrenze wird voraussichtlich auf 1.038 Euro herabgesetzt. Selbstständige, deren Gewinn diese Grenze nicht überschreitet oder darunter liegt, zahlen inklusive der Pflegeversicherung nur noch einen monatlichen Beitrag von ca. 210,00 Euro. Der Nachweis erfolgt über den aktuellen Steuerbescheid, der bei der Krankenkasse eingereicht wird. Bei Selbstständigen, die mehr als 1.038 Euro im Monat verdienen, wird der Beitragssatz zur Kranken- und Pflegeversicherung vom tatsächlichen Einkommen erhoben.

Kommentare
    • Elvira Hahn 15. November 2018 08:23

      Liebe engagierte Frauen, welch eine schöne Nachricht! Ich bitte aber noch einmal zu prüfen, ob für die Bemessungsgrenze wirklich der Gewinn herangezogen wird. Bisher haben alle KK, bei denen ich freiwillig versichert war die Netto-Einnahmen zugrunde gelegt, nicht den Gewinn.

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      • Astrid Windfuhr 15. November 2018 11:08

        Liebe Frau Hahn, vielen Dank, dass Sie diese Frage aufgeworfen haben. Ich bin die Autorin des Artikels und habe direkt noch einmal nachrecherchiert. Die Krankenkassen legen der Beitragsbemessung den Gewinn vor Steuern zugrunde. In der Sprache der Finanzbehörden heißt "Gewinn" immer Gewinn vor Steuern. Vielleicht meinen Sie mit "Netto-Einnahmen" das Gleiche.

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