Raumgestaltung fürs Homeoffice

Auch nach der Pandemie wird vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern das Homeoffice zumindest teilweise erhalten bleiben. Wenn das Homeoffice also zur Dauereinrichtung wird, stellt sich die Frage: Wie richte ich es ein, damit ich mich auch dauerhaft darin wohl fühle? In einem Online-Workshop hat B.F.B.M.-Mitgliedsfrau und Raumexpertin Elinor Maiß dazu wertvolle Anregungen gegeben.

Nur weil wir jetzt zu Hause arbeiten, wird die Wohnung nicht größer. Deshalb besteht die erste wichtige Entscheidung darin, den passenden Platz innerhalb der eigenen vier Wände für das Homeoffice zu finden. Der absolute Gewinner ist dabei natürlich das Arbeitszimmer - wenn man denn eins hat. „Wenn das Homeoffice jedoch in einen normalen Wohnraum integriert werden muss, dann empfehle ich eher das Wohn- oder auch das Schlafzimmer. Dadurch wird zwar die Wohnqualität gemindert, aber in diesen Räumen lässt es sich zumindest in Ruhe arbeiten. Küche und Flur sind hingegen fürs Homeoffice eher ungeeignet“, erklärt Elinor Maiß (Foto unten).

Ergonomischer Arbeitsplatz

Ist der richtige Platz gefunden, geht es als nächstes um die geeigneten Möbel. „Mit dem Laptop auf dem Sofa rekeln, wie es teilweise in der Werbung gezeigt wird, ist keine Dauerlösung, eine Dauerlösung muss ergonomisch, d. h. an die Proportionen des menschlichen Körpers angepasst sein“, betont Elinor Maiß. Dazu gehören ein Stuhl mit Rückenlehne und ein fester Tisch, der so hoch ist, dass der Unterarm im rechten Winkel zum Oberkörper dort aufliegt. Wichtig: Oft die Sitzposition wechseln und immer mal aufstehen! Gut für den Bewegungsapparat sind auch Stehtische. Eine augenfreundliche Beleuchtung besteht entweder aus Tageslicht oder LED (ohne Flackern und Brummen). Das Licht sollte von der Seite kommen.

Tipp von Elinor Maiß: „Wenn ihr auch abends noch am Laptop arbeitet, die so genannten ‚Nachtfarben‘ einstellen, die enthalten weniger blaues Licht, danach schläft es sich besser.“

Farben und frische Blumen unterstützen

Elinor MaißWenn die Grundbedürfnisse an das Homeoffice geklärt sind, kommt die Kür mit dem Design: Wie schön darf oder soll der Heimarbeitsplatz sein? Elinor Maiß: „Farben können so viel für das Wohlbefinden tun! Der Arbeitsplatz sollte auf keinen Fall nur in den unbunten Farben Schwarz, Grau und Weiß eingerichtet sein, sondern auch bunte, fröhliche Farben enthalten, die zur übrigen Einrichtung passen oder bewusst Kontraste setzen.“ Von zuviel Deko oder großen Mustern in Vorhängen und Tapeten rät die Expertin jedoch ab, das stört die Konzentration. „Ein Blumenstrauß oder auch nur eine einzelne frische Blüte wirken hingegen belebend.“ Noch eine gute Idee: Schöne Aufbewahrungselemente für die Arbeitsutensilien besorgen. Die sind dekorativ, aber nicht aufdringlich, und der ganze unordentliche Kleinkram verschwindet darin.

Optische Trennung vom Wohnbereich

Schließlich gibt es in Bezug auf das Homeoffice noch das Bedürfnis der Trennung zwischen Arbeit und Privatleben. Wie kann diese Grenze optisch unterstützt werden? Das geht zum Beispiel mit einem Paravent. Spannender ist aber noch ein anderer Vorschlag von Elinor Maiß: „Eine Arbeits-Insel lässt sich optisch auch herstellen durch einen markanten Teppich, auf dem das Homeoffice steht, oder durch einen bewussten Gegensatz zum Einrichtungsstil: Ist die Wohnung zum Beispiel insgesamt eher kuschelig mit warmen Farben, Holz und flauschigen Materialien eingerichtet, bringt ein nüchterner Schreibtisch aus Glas und Metall einen spannenden Kontrast.“ Mit einer solchen Homeoffice-Gestaltung fühlt es sich so an, als würden wir zum Arbeiten tatsächlich einen anderen Raum betreten …

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