Neuorientierung? Ja, an mir selbst!

Unsere Arbeitswelt verändert sich immer schneller, Erwerbsbiographien sind zunehmend von Wechseln und Umbrüchen gekennzeichnet. Gleichzeitig sind wir auch anspruchsvoller geworden: Ein Job soll mehr als nur Geld bringen. Christiane Karsch, Coach und Expertin für berufliche Neuorientierung hat beim B.F.B.M. in Köln gezeigt, wie berufliche Veränderung erfolgreich gestaltet werden kann.

Prozess der neuorientierung„Meist beginnt der Prozess mit einem gelegentlichen Pieksen, einem wiederkehrenden Gefühl, dass etwas in der eigenen Arbeitssituation nicht stimmt“, erklärt Christiane Karsch. Sie nennt das die „Stachelphase“. Irgendwann kann daraus eine handfeste Krise werden, die ins „Tal der Tränen“ führt. „Nach einer kurzen oder längeren Auszeit ist man dann in der Lage, Neues zu entdecken, jetzt erst beginnt die Findungsphase.“ Es ist wichtig, diesen Prozess zu verstehen, um die jeweils passenden Schritte zu gehen. Dann überfordert man sich auch nicht mit der Suche nach einem Lösungsanspruch, für den die Zeit noch nicht reif ist.

 

Am Anfang stehen Achtsamkeit und Selbstreflexion

In der Findungs- und anschließenden Orientierungsphase ist aufmerksame Selbstwahrnehmung gefragt. „Es geht darum, was ich selbst wirklich will und was mir guttut. Orientiert euch zuerst an euch selbst!“, empfiehlt Christiane Karsch. Wer lange in einem Job gearbeitet hat, wo sie oder er einfach funktionieren musste, hat verlernt, sich selbst wahrzunehmen und zu reflektieren. Die Aufmerksamkeit sich selbst gegenüber kann man aber wieder üben. Dazu hat Christiane Karsch ein Kartenspiel zum Selbst-Coaching entwickelt. Es enthält 50 Karten mit Übungen, um eigenen Interessen, Bedürfnissen, Talenten und Wünschen auf die Spur zu kommen. Drei davon konnten die Kölner B.F.B.M.-Frauen ausprobieren. Zu zweit diskutierten sie darüber, welche Aspekte ihnen an ihrer jetzigen Arbeit gefallen und welche sie davon unbedingt beibehalten möchten. Fünf getrocknete Kichererbsen halfen jeder Teilnehmerin, fünf positive Erlebnisse dieses Tages zu identifizieren. Und schließlich präsentierte Christiane Karsch einen Joker zum Nachdenken: 

„Du bekommst jeden Tag eine Stunde mehr Zeit geschenkt! Was machst du in dieser Stunde?“ Ganz gleich, was die Antwort ist, sie steht auf jeden Fall für einen persönlichen Entwicklungswunsch.

Einen Tipp für die Orientierungsphase und die Suche nach Entscheidungskriterien gibt Christiane Karsch noch am Schluss: „Je selbstverständlicher eine Fähigkeit wahrgenommen wird, desto eher ist es ein Talent!“ 

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