Mehr Frauen in deutsche Parlamente!

Bayern und Hessen haben gewählt. Aus der Sicht des Deutschen Frauenrats, dem auch der B.F.B.M. angehört, sind die Ergebnisse der Landtagswahlen alarmierend: In beiden Landesparlamenten sanken die Frauenanteile nach den Wahlen um mehrere Prozent. Elke Ferner, Leiterin des Fachausschusses "Parität", sagte dazu: "Ein Parlament sollte die Gesellschaft widerspiegeln, dazu müssen Frauen und Männer paritätisch vertreten sein."

„Nachdem der Frauenanteil bereits im Bundestag und in fast allen anderen Landtagen in den letzten Jahren gesunken ist, beobachten wir die Entwicklung mit größter Sorge“, erklärt Elke Ferner weiter. „Es ist bitter, dass 100 Jahre nachdem Frauen ihr Recht zu wählen und gewählt zu werden erstritten, der Frauenanteil in den Parlamenten zurückgeht. In München sitzen nun fast dreimal so viele Männer wie Frauen im Landtag, in Hessen sind nur noch ein Drittel der Abgeordneten Frauen.“

Aussichtsreiche Listenplätze gehen meist an Männer

Den Grund für den geringen Frauenanteil in deutschen Parlamenten sieht Ferner in der mangelnden Bereitschaft der Parteien, aussichtsreiche Listenplätze und Wahlkreise mit Frauen zu besetzen. Damit würde Frauen de facto der Einzug in die Parlamente verweigert. „In anderen Ländern Europas, aber auch darüber hinaus, gibt es längst entsprechende Regelungen in den Wahlgesetzen und auch in den Verfassungen, die sicherstellen sollen, dass Frauen und Männer paritätisch in allen Parlamenten vertreten sind. Diese Regelungen haben den Frauenanteil auch deutlich erhöht,“ berichtet Elke Ferner weiter.

Tagung zum Thema Parität in der Politik

Erst kürzlich hatte der Deutsche Frauenrat unter dem Titel „50:50 ist das Ziel“ zu einer Veranstaltung zum Thema Parität in der Politik eingeladen. Bei der Tagung sprachen auch Vertreterinnen von Frauenverbänden aus Frankreich, Spanien und der EU über politische und gesellschaftlichen Voraussetzungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Parlamenten und Politik. Sie stellten u. a. gute Praktiken und Modelle aus ihren Heimatländern vor. Eine Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier.

Der Deutsche Frauenrat fordert nun auch für Deutschland gesetzliche Rahmenbedingungen, die Frauen für eine politische Karriere ermutigen und strukturelle Nachteile bei der Aufstellung von Kandidaturen innerhalb der Parteien beseitigen. Der Deutsche Frauenrat ist die politische Interessenvertretung von rund 60 bundesweit aktiven Frauenorganisationen - darunter auch der B.F.B.M. und damit die größte Frauenlobby Deutschlands.

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