Homeoffice bitte kommen!

"Soziale Komponente abdecken", "Gefühle und Emotionen wahrnehmen", "Flurfunk übersetzen" - nach der Erfahrung der Teilnehmerinnen des B.F.B.M.-Online-Workshops "Basis an Homeoffice: Homeoffice bitte kommen!" sind das die größten Herausforderungen bei der Kommunikation in virtuellen Teams. Mit Kommunikationstrainerin Astrid Windfuhr fanden die 23 Teilnehmerinnen Lösungsansätze.

Was macht das Modell "Homeoffice" mit der Kommunikation im Team? Wie gut versteht man sich, wenn jedes Team-Mitglied in seiner eigenen "Blase" lebt?

Was ist anders an der Kommunikation in virtuellen Teams?

•Es ist kein gemeinsamer Kontext vorhanden.
•Gespräche sind „Inseln in Raum und Zeit“.
•Informelle, zufällige Kontakte (Flurgespräch, Kaffeeküche) finden nicht statt.
•Spontanes Nachfragen, z. B. zu einer anstehenden Aufgabe, ist ebenfalls nicht möglich.
•Der Kommunikationsfluss ist langsamer und zäher.
•Nonverbale Kommunikation ist eingeschränkt bzw. nur eingeschränkt wahrnehmbar.
•Reaktionen und Stimmungen sind sehr schwer zu erfassen.

Das führt einerseits zu mehr Effizienz, andererseits aber auch zu Informationsverlust, Missverständnissen und einem schwindenden Gemeinschaftsgefühl. Kurz: Es fehlt der „soziale Schmierstoff“. Der gibt normalerweise Sicherheit und wird deshalb von vielen Homeoffice-Arbeitern vermisst. Das hat auch die Abfrage bei den Teilnehmerinnen am Anfang des Workshops gezeigt. Nicht alles, was im virtuellen Team an Flurfunk und emotionaler Nähe fehlt, kann über digitale Kanäle ersetzt werden. „Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Basis für die gemeinsame Arbeit stimmt, und das ist - Vertrauen!“, erklärt Astrid Windfuhr. Gegenseitiges Vertrauen verhindert, dass aus der eingeschränkten Kommunikation ernsthafte Probleme entstehen.

Das Wichtigste: Eine vertrauensvolle Grundhaltung

Kommunikationstrainerin Astrid WindfuhrIm Workshop folgten nun verschiedene Übungen für eine vertrauensvolle Grundhaltung gegenüber virtuellen Gesprächspartnern. Für ein Experiment schlüpfte Astrid Windfuhr (Foto links) in die Rolle einer fiktiven Kollegin, die von einem Kundenbesuch erzählt. Die Teilnehmerinnen waren aufgefordert, ihre Wahrnehmung der fiktiven Kollegin im Chat zu beschreiben. Dabei ging es um den Unterschied zwischen Beobachtung („Kopf ist abgewendet“) und Interpretation („ratlos, lustlos, unzufrieden“). Astrid Windfuhr: „Aus einer Interpretationen von Äußerungen und Verhalten der Kollegen wird schnell eine negative Unterstellung und die ist oft der Anfang eines Konflikts.“ Aufgrund der eingeschränkten Kommunikation bieten virtuelle Teams den perfekten Nährboden für negative Unterstellungen. „Deshalb sollten wir hier besonders achtsam mit der eigenen Wahrnehmung und den eigenen Gedanken umgehen.“

Ihr Tipp: Wenn wir uns bei einer Unterstellung erwischen, kurz innehalten und mindestens drei andere Erklärungen für das Verhalten des Gesprächspartners suchen, die nichts mit einem selbst zu tun haben. Das entspannt ungemein! Und dann? Einfach nachfragen, was die Reaktion des oder der anderen zu bedeuten hat! So schaffen wir Vertrauen und ersticken Konflikte im Keim.

Zum Abschluss entwickelten die Teilnehmerinnen im Rahmen einer Übung noch eigene Ratschläge, wie eine vertrauensvolle Kommunikation in virtuellen Teams unterstützt werden kann. Zwei Beispiele: „Reflektiere dich selbst und deine Stimmungen aufmerksam!“ und „Bei Videokonferenzen Warm-up und Verabschiedung nicht vergessen!“

Typisch für eine B.F.B.M.-Veranstaltung - egal ob virtuell oder in Präsenz: Der Workshop war interaktiv. Feedback von Marie-Christin Wählack, die zum ersten Mal dabei war: „Ich hatte einen tollen ersten Eindruck vom B.F.B.M. und Freude an dem Austausch mit so interessanten Frauen!“

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