Frauenquote: Und sie wirkt doch!

Seit Mai 2015 ist das Gesetz zur Frauenquote in Kraft, dass großen Unternehmen bei neu zu besetzenden Aufsichtsratsposten einen Frauenanteil von 30 % vorschreibt. Diese Vorschrift hat offenbar Zugkraft entwickelt: Seit der Einführung steigt der Frauenanteil an Führungspositionen in Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst, nicht nur in den Aufsichtsräten, sondern auf allen Führungsebenen.

Dies zeigt der Bericht der Bundesregierung über den Frauen- und Männeranteil an Führungsebenen und in Gremien der Privatwirtschaft und des öffentlichen Dienstes, den Bundesfrauenministerin Dr. Katarina Barley und Bundesjustizminister Heiko Maas jetzt vorgelegt haben. Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der 105 börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen liegt bei mittlerweile 27,3 Prozent. Vor zwei Jahren betrug dieser noch 22,9 Prozent. Auch im öffentlichen Dienst zeichnen sich überwiegend positive Entwicklungen ab. Der Bund hat sich mit Einführung der gesetzlichen Regelungen für die Privatwirtschaft selbst auch verpflichtet, für die Besetzung von Aufsichtsratsgremien, in denen dem Bund mindestens drei Sitze zustehen, Quoten einzuhalten. Und auch hier zeigt sich, dass verbindliche Regelungen deutliche Ergebnisse bringen. In wesentlichen Gremien sind die Mitglieder, die der Bund bestimmen kann, mit 41,8 Prozent jetzt fast paritätisch besetzt. In der Bundesverwaltung beträgt der Anteil von Frauen an allen Leitungsfunktionen im gesamten Bundesdienst aktuell 33 Prozent. Es zeigt sich jedoch auch, dass der Frauenanteil mit steigender Leitungsebene immer noch deutlich abfällt.

Fazit der Politik

Bundesjustizminister Heiko Maas zieht folgende Bilanz: „Es sind besonders die Unternehmen, die der festen Quote unterliegen, die auch eine deutliche Steigerung ihres Frauenanteils in den übrigen Ebenen planen. Die feste Quote für den Aufsichtsrat wirkt also in das gesamte Unternehmen hinein. Mehr Frauen in Führungspositionen werden andere Frauen nachziehen. Das sind gute Zukunftsaussichten.“

Bundesfrauenministerin Dr. Katarina Barley meint: „Die Quote wird die Unternehmenskultur in Deutschland nachhaltig zum Besseren verändern. Davon bin ich überzeugt.“ Gleichzeitig mahnt sie jedoch: „Die Zahlen des Berichts zeigen aber auch: Das kann nur ein Anfang sein. Denn dort wo keine feste Quote gilt, bewegt sich nach wie vor zu wenig.“

Interaktives Datentool

Das Bundesfrauenministerium stellt der Öffentlichkeit die Daten der Unternehmen, die eine feste Quote für den Aufsichtsrat einhalten müssen, sowie die Daten der obersten Bundesbehörden in einem interaktiven online-Tool zur Verfügung. Es ermöglicht allen Interessierten einen Blick auf den Fortschritt in einzelnen Branchen, Regionen oder auf unterschiedliche Managementebenen im Bereich Frauen in Führungspositionen zu werfen.

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