Frauen, da ist mehr drin!

Viele glauben: "In Deutschland sind Frauen und Männer doch längst gleichgestellt!" Dass das keineswegs der Fall ist, hat ein Online-Vortrag von Business-Coach Birgit Krug beim B.F.B.M. deutlich gemacht. Vom Frauenanteil bei Unternehmensgründungen mit nur 38 % bis zum winzigen Anteil von 5 % weiblichen Vorstandsvorsitzenden der 160 deutschen Börsen-Unternehmen präsentierte sie einige erschreckende Zahlen - und zeigte anschließend Auswege auf.

Unbewusste Vorurteile werden zum Karriere-Hindernis

Business-Coach Birgit KrugNeben der häufig beklagten mangelnden Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind insbesondere so genannte „Unconscious Gender Biases“, also unbewusste Geschlechter-Vorurteile Schuld daran, dass Frauen in machtvollen Positionen unterrepräsentiert sind. Konservativ eingestellte Männer wollen in ihren bewährten Zirkeln gerne weiter unter sich bleiben, Frauen werden da als Störfaktoren wahrgenommen. Aber auch bei Männern mit einer aufgeschlossenen Haltung gegenüber Frauen in Führungspositionen finden sich (versteckte) Vorurteile: „Im mittleren Management werden Frauen akzeptiert, aber die Härte, die ein Kozernvorstand nach Ansicht auch dieser Männer zeigen muss, wird den Frauen nicht zugetraut“, erklärt Birgit Krug (im Bild links) die Ergebnisse einer Studie von Dr. Carsten Wippermann. „Wenn Unternehmen sich der Existenz solcher Vorurteile bewusst sind, besteht die chance gegenzusteuern“, so Krug weiter. „Gute Rahmenbedingungen sind die Voraussetzung für Gendergerechtigkeit und die macht Unternehmen nachweislich erfolgreicher.“ Schon fast perfide ist hingegen folgende Argumentation von manchen Männern, die sich eigentlich für aufgeschlossen halten: Frauen auf dem Weg nach oben eigneten sich oft Verhaltensweisen der Männer an, um erfolgreich zu sein. Dies wirke nicht authentisch. Authentizität sei jedoch ein wichtiger Erfolgs-Faktor, der immer wichtiger werde. (Quelle: Dr. Carsten Wippermann, „Frauen in Führungspositionen - Barrieren und Brücken“)

Authentisch bleiben und auf die eigene Entwicklungsfähigkeit vertrauen

„Authentizität ist tatsächlich ein entscheidender Faktor für Führungs- bzw. Geschäftserfolg“, das sieht auch Birgit Krug so. „Deshalb empfehle ich: Ahmen Sie Männer nicht nach, seien Sie stattdessen perfekt Sie selbst!“ Dafür, wie der eigene Weg aussehen und gelingen kann, hält Birgit Krug ein ganzes Bündel an Handlungsalternativen parat. Hier drei besonders wirksame:

1. Bleiben Sie nicht bei vagen Wünschen, sondern gehen Sie in sich, was Sie wirklich wollen, und formulieren Sie dann konkrete, messbare und terminierte Ziele. Fragen Sie sich auch ganz selbstkritisch, was Sie bereit sind, dafür zu tun.

2. Bei Aufträgen oder Beförderungen erst beherzt zugreifen, dann weiter lernen! Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Frauen dazu neigen, sich erst auf eine ausgeschriebene Stelle zu bewerben, wenn sie die Anforderungen zu 100% erfüllen, Männer hingegen werden schon bei 70 % aktiv. Auch Unternehmensgründerinnen haben signifikant weniger Vertrauen in die eigenen Kompetenzen als ihre männlichen Mitbewerber. Frauen sollten mehr auf die eigene Entwicklungsfähigkeit vertrauen!

3. Raus aus der Nettigkeitsfalle! Hören Sie auf, freundlich zu sein, wenn Sie jemand schlecht oder unfair behandelt. Und hören Sie auf zu lächeln!

Zum Abschluss der Online-Veranstaltung erhielten die Teilnehmerinnen - getreu dem Anspruch des B.F.B.M. „Frauen stärken Frauen“ - die Möglichkeit, sich in kleinen Gruppen über ihre größten beruflichen Erfolge auszutauschen. Ein schönes Beispiel: Eine Teilnehmerin hat einen hart umkämpften Projektauftrag von einer großen Institution erhalten. Der entscheidende Erfolgsfaktor dabei war - neben sehr guter fachlicher Vorbereitung - ihre innere Haltung, nämlich die Entschlossenheit, den Auftrag zu bekommen. Auf dieser Grundlage konnte sie sich klar und selbstbewusst darstellen - und erhielt den Zuschlag.

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