Forderungen an die neue Regierung

Der Deutsche Frauenrat, fordert von einer neuen Großen Koalition deutlich mehr Engagement in Sachen Gleichstellungspolitik. "Der gleichstellungspolitische Reformstau in Deutschland ist groß. Die neue GroKo muss ihn endlich auflösen. Denn wir können ihn uns schon aus volkswirtschaftlichen Gründen nicht länger leisten", so Mona Küppers, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats.

Unter anderem folgende Themen müssen aus Sicht des Frauenrats, der die Interessen von 12,5 Millionen Frauen in Deutschland vertritt und dem auch der B.F.B.M. angehört, in der Politik der neuen Regierung berücksichtigt werden:

Entgeltgleichheit: Das Entgelttransparenzgesetz muss auf Unternehmen mit weniger als 200 Beschäftigten ausgedehnt und um ein Verbandsklagerecht erweitert werden. Mit einem Verbandsklagerecht können Organisationen wie Antidiskriminierungsverbände oder MitarbeiterInnen-Vertretungen stellvertretend für die Betroffenen klagen. Frauen müssten nicht mehr alleine vor Gericht ziehen. Sie würden damit gestärkt und ermutigt, zu ihrem Recht zu kommen. Vorbild ist Island: Dort fordert ein neues Gesetz von Unternehmen mit mehr als 25 MitarbeiterInnen, sich daraufhin testen zu lassen, ob sie Frauen beim Lohn diskriminieren. Bezahlen sie gerecht, erhalten sie ein Zertifikat, das isländisch „Jafnlaunavottun“ heißt, Lohngleichheits-Zertifikat. 

Rückkehrrecht auf Vollzeit: Das von den Koalitionsparteien zugesagte Recht auf befristete Teilzeit wird vom Frauenrat begrüßt. Die geplante Zumutbarkeitsgrenze für die Rückkehr in die Vollzeit ist jedoch kontraproduktiv. Sie kann unter den Beschäftigten zu einer Konkurrenzsituation und zur Bevorzugung weniger führen. Hier ist eine andere Lösung erforderlich.

Quote: Der Geltungsbereich des Gesetzes muss auf weitere Unternehmen ausgedehnt werden. Die Pflicht zur Zielgrößenformulierung ist zu begrüßen. Es müssen dabei jedoch klare Vorgaben gemacht und Stufen und Quoten festgelegt werden.

Parität: Die Parteispitzen von CDU und SPD haben vor den Bundestagswahlen die geschlechterparitätische Besetzung zumindest der neuen Bundesregierung in Aussicht gestellt. Diese Absichtserklärungen müssen im Koalitionsvertrag ihren Niederschlag finden.

Ehegattensplitting: Der Frauenrat fordert, die Steuerklasse V, die Erwerbstätigkeit für verheiratete Frauen unattraktiv macht, abzuschaffen.

Familienzeitmodelle: Der Partnerschaftsbonus, mit dem Paare länger Elterngeld erhalten, die gleichzeitig in Teilzeit arbeiten, muss ausgeweitet werden.

Geringfügig entlohnte Arbeit: Die sogenannten Minijobs müssen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt werden, damit die überwiegend darin tätigen Frauen eine eigene soziale Absicherung erhalten.

Aufwertung von Pflege-Berufen: Tätigkeiten in den Bereichen soziale Arbeit, haushaltsnahe Dienstleistungen, Gesundheit und Pflege sowie Erziehung müssen aufgewertet werden. Für die Berufsgesetze und Ausbildungsverordnungen sollen bundesweite Ausbildungsstandards geschaffen werden.

Gleichstellung: Für eine effektive und abgestimmte bundesweite Gleichstellungspolitik sollte eine nationale Service- und Monitoringstelle eingerichtet werden.

Was sollte Ihrer Ansicht nach eine neue Regierung für berufstätige Frauen tun? Ihre Meinung interessiert uns! Nutzen Sie die untenstehende Kommentarfunktion, um mit uns zu diskutieren.

Kommentare
    • Claudia Semeria 14. Februar 2018 18:35

      Sehr geehrte Schwestern Endlich scheinen die verantwortungsbewussten Frauen aus dem "Dornröschensschlaf" aufzuwachen. Frauen sind das Rückkrad aller Gesellschaftsformen und eine Frau die sich als Familienmangerin immer noch kein geregeltes Entgelt auszahlen lasst ist auf der Evolutions- und Entwicklungsgeschichte auf der Strecke geblieben! Es ist dringend nötig sich den Verzicht auf eine berufliche Karriere für Mütter vom deutschen Staat bezahlen zu lassen!

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      • Astrid Windfuhr 15. Februar 2018 17:56

        Der B.F.B.M. ist ein Verband berufstätiger Frauen. Wir wollen, dass Frauen Karriere machen, anstatt sich den "Verzicht" darauf bezahlen zu lassen!

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