Finanzen? Gerade für Frauen wichtig!

"Mit der Art und Weise, wie wir unser Geld anlegen, können wir die Welt verändern!" Mit dieser Behauptung motivierte Vermögensverwalterin Suzanne Kemperdick die zugeschalteten Frauen bei einem Online-Workshop des B.F.B.M. in Köln, sich mit ihren Finanzen auseinanderzusetzen. Die Behauptung konnte sie belegen, aber zunächst einmal ging es ums Sparen ...

Vermögensverwalterin Suzanne Kemperdick„Frauen kümmern sich tendenziell zu wenig um ihre finanzielle Unabhängigkeit“, bedauert Suzanne Kemperdick (Foto). Frauen verdienen im Schnitt immer noch weniger als Männer und sind auch jetzt, während der Pandemie, eher von Einkommensverlusten betroffen. „Deshalb ist es für Frauen besonders wichtig, Geld für unterschiedliche Zwecke beiseite zulegen, zum Beispiel für unvorhergesehene Ausgaben, für die Altersvorsorge oder auch für ein Hobby oder einen Herzenswunsch.“ Damit das auch bei einem geringerem Einkommen möglich ist, muss sich frau einen Überblick über alle Einnahmen und Ausgaben verschaffen, um dann immer gleich am Anfang des Monats etwas zurückzulegen. „Setzt euch ein Ziel, auf das ihr wirklich Lust habt, und kommuniziert das möglichst oft, um euch selbst immer wieder daran zu erinnern. Dann klappt es mit dem Sparen!“, empfiehlt sie.

Wohin mit meinem Geld?

Aber wohin mit dem zurückgelegten Geld? Eine klassisches Sparbuch bringt so gut wie keine Zinsen mehr. Suzanne Kemperdick empfiehlt, monatlich in Aktien zu sparen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Selbst einzelne Aktien kaufen: Das kostet wenig Gebühren, aber frau macht sich abhängig von wenigen ausgewählten Werten.
  2. In klassische Aktienfonds investieren: Die Fonds sind breit gestreut, haben dafür aber hohe Nebenkosten.
  3. In so genannte ETF (Exchange Traded Funds) investieren: Die sind auch breit gestreut und kosten weniger Gebühren als klassische Fonds.

Wenn es dann darum geht, konkrete Aktien oder einen Fond auszuwählen, kommt die Chance zum Verändern der Welt ins Spiel: „Mit unserem Vermögen - auch wenn es nur ein kleines ist - können wir Wirkung erzielen!“, betont Suzanne Kemperdick. „Wir sollten uns deshalb vor der Wahl einer Geldanlage immer fragen: Was ist mir eigentlich wichtig? Wen oder was will ich unterstützen?“ An den Finanzmärkten gibt es zurzeit bereits einen starken Trend zu nachhaltigen Geldanlagen. Um nachhaltig wirtschaftende Unternehmen bzw. Investmentfonds herauszufiltern, helfen als Kriterien die drei Dimensionen von Nachhaltigkeit: Umweltschutz, Soziales und ethisches Verhalten (ESG-Kriterien). Ausschlusskriterien für Käufe können z. B. Herstellung von Tabak oder Rüstungsgütern sein, Energiegewinnung aus Kohle oder auch Kinderarbeit. Um Investmentfonds auf Nachhaltigkeit zu prüfen, bietet www.forum-ng.org Nachhaltigkeitsprofile vieler Fonds. Weitere Informationen findet frau auch auf dem Portal urgewald.de Die Recherche dort relativiert dann auch so genanntes „Green-Washing“, wenn Unternehmen sich mit PR-Coups als umweltbewusst darstellen, es aber nicht wirklich sind.

Tipps zur individuellen Umsetzung

Das Vermögen sollte frau breit auf mehrere Anlageklassen verteilen. Gut ist, wenn dazu auch eine Immobilie gehört und das Kapital sogar international gestreut wird. „Aber das Wichtigste ist“, sagt Suzanne Kemperdick, „Einfach mal anzufangen, auch mit einem kleinen Budget! Und dann gelassen mit dem Auf und Ab der Wertentwicklung umzugehen. Auf lange Sicht lohnt sich jede Geldanlage!“

Über 30 Frauen hatten an dem Online-Workshop teilgenommen. „Wir hatten bei einem Finanzthema gar nicht mit so großem Zuspruch gerechnet und haben uns deshalb umso mehr darüber gefreut!“, erklärt Titia Lenzhölzer-Maas, B.F.B.M.-Regionalleiterin in Köln. „Wir werten es als ein gutes Zeichen, dass mehr und mehr Frauen ihr finanzielles Glück selbst in die Hand nehmen wollen.“

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