Digitalisierung: Chance für Frauen!

Unter dem Titel "Töchter 4.0 - Weiter. Denken. Lenken!" haben der Zweckverband Aachen, Competentia nrw und der B.F.B.M. zu einer Tagung eingeladen. Thema war die Digitalisierung und ihre Auswirkung auf die Arbeitswelt von Frauen. Renommierte Referentinnen und Referenten begeisterten die rund 160 Teilnehmerinnen mit spannenden und überraschenden neuen Erkenntnissen.

Die ganztägige Veranstaltung bot eine Podiumsdiskussion, Vorträge und Workshops mit 

  • Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin u. a. für Gleichstellung  und Schirmherrin der Veranstaltung
  • Prof. Christiane Funken, Soziologin und Autorin („Sheconomy“)
  • Prof. Christiane Vaeßen, Geschäftsführerin des Zweckverbands Region Aachen 
  • Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des DGB 
  • Prof. Christian Scholz, Betriebswirt und Autor
  • Petra Fischer, Beraterin für Unternehmensnachfolge
  • sowie den Unternehmerinnen Dagmar Wirtz und Nicolina Praß

Hier die wichtigsten Ergebnisse des Tages:

Durch die Digitalisierung fallen nach und nach viele traditionelle bzw. einfache Tätigkeiten weg. Das betrifft klassische Frauenberufe, z. B. im Verkauf oder in der Gastronomie. Gleichzeitig werden jedoch andere Berufsfelder gestärkt und es entstehen neue Berufe. „Was sich nicht digitalisieren lässt, ist die Arbeit am Menschen. Und das ist eine große Chance für Frauen!“, verdeutlichte Prof. Christiane Funken. Und die Nachfrage nach dieser Arbeit steigt, weil Kunden immer anspruchsvoller werden, immer individuellere Leistungen fordern und die Aufgaben im sozialen Bereich wachsen. Für die Arbeit mit Menschen sind Frauen aufgrund ihrer hohen kommunikativen Fähigkeiten besonders geeignet.

Neue Anforderung an Führungskräfte 

Durch die Digitalisierung ändern sich auch Ansprüche an Führungskräfte. Statische Hierarchien haben in modernen Unternehmen ausgedient. Prof. Christiane Funken: „Heroisches Management, das auf formalem Status und Herrschaftswissen beruht, ist passé!“ Stattdessen finden sich wechselnde Projektteams unter wechselnden Leitungen zusammen. Diese Teams bestehen aus verschiedenen Experten, z. B. aus IT-Spezialisten und Marketing-Fachleuten. Das heißt, in solchen interdisziplinäre Teams treffen verschiedene Berufskulturen aufeinander. In diesen Strukturen müssen Führungskräfte integrativ wirken - und persönlich überzeugen. Für diese Rolle sind Frauen aufgrund ihrer Fähigkeiten in den Bereichen Kooperation, Kommunikation und Interaktion besonders geeignet.

Mobiles Arbeiten: Segen oder Stress?

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Digitalisierung ist die Möglichkeit, flexibel und ortsunabhängig zu arbeiten. Auf den ersten Blick ist das ein Gewinn für Frauen, weil diese Arbeitsweise die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert und digitale Medien die Organisation des Alltags erleichtern. Auch digitale Fortbildungsmöglichkeiten wie E-Learning nutzen Frauen gerne, weil sie sie flexibel nutzen können. Aber inzwischen haben sich auch schon Schattenseiten dieser Arbeitsweise gezeigt, wie Elke Hannack und Prof. Christian Scholz deutlich machen: Neue Studien belegen, dass mobiles, flexibles Arbeiten nicht zu einer „Work-Life-Balance“ führt, sondern zu einem „Work-Life-Blending“, also zu einer Verschmelzung von Arbeit und Privatleben. Bei den Beschäftigten führt das zu mehr Stress und unter dem Strich sogar zu mehr Überstunden. Die junge Generation Z (Jahrgänge ab 1995) lehnt eine solche Arbeitsweise übrigens schon wieder ab. Die Berufseinsteiger dieser Generation legen Wert auf eine klare Trennung von Beruf und Privatleben und auf Zeiten, wo sie für Chefin/Chef und Kollegen nicht erreichbar sein möchten.

Das Programm wurde vom B.F.B.M. mitkonzipiert

Die Veranstaltung haben die Aachener B.F.B.M.-Frauen Margit Claussen, Ina-Marie Orawiec und Heike Lube zusammen mit dem Kompetenzzentrum Frau und Beruf der Region Aachen konzipiert und organisiert. „Töchter 4.0 ist ein aktuelles, zukunftsgewandtes Format, das allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern spannende neue Impulse für die Arbeitswelt geboten hat“, freut sich Margit Claussen, Leiterin der B.F.B.M.-Regionalgruppe Aachen. Die gute Stimmung unter den rund 160 Teilnehmerinnen wurde zusätzlich noch durch ein Warm up mit Gesangspädagogin Tanja Raich und das Improvisationstheater „Die Stereotypen“ gefördert.

Warm up mit Tanja Raich

Fotos: Region Aachen/ Lupilux - Anja Blees

Kommentare
    • Elisabeth Thesing-Bleck March 30, 2019 10:46 PM

      Auch das Ehrenamt geht digital. Vera Nentwich vom B. F. B. M. und Daniela Sprung, bloggerabc zeigten heute wie es geht. Danke Euch beiden für die tolle Vorstellung. Vera war in Neuss, Daniela in Dortmund und die ehrenamtlich tätigen Zuschauerinnen wäre in Düsseldorf auf der Mitgliederversammlung des FrauenRat NRW. #Frauenkönnendigital #FrauenRatNRW .

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