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B.F.B.M.-Vorstandsfrauen mit ihren Positionen in den MedienFörderung: Was junge Frauen wollen
 
Digitaler Wandel: Chance für Frauen?  

Bezahlte Arbeit wird in Zukunft häufig unabhängig von einem festen Arbeitsplatz stattfinden, und junge Feministinnen organisieren ihre Aktivitäten jetzt vermehrt über das Internet. In Nordrhein-Westfalen fanden gleich zwei Konferenzen statt, die sich mit dem digitalen Wandel und seiner Bedeutung für die Frauen beschäftigten.
Das Landesbüro der Friedrich Ebert Stiftung hatte zu der Konferenz "Das digitale NRW 2030 - Frauen in der digitalisierten Welt" eingeladen und das MGEPA NRW (Emanzipationsministerium NRW) organisierte in Duisburg die Fachtagung "online trifft offline - feministische Diskurse und Strategien".

Bei ersterer Konferenz erläuterte die Zukunftsforscherin Cornelia Daheim die atemberaubende Geschwindigkeit, mit der sich die Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft durchsetzt. "Es wird erwartet, dass sich die Rahmenbedingungen für bezahlte Arbeit komplett neu gestalten werden". Durch standort- und sogar zeitzonenübergreifende Arbeitsgruppen zeichnet sich bereits jetzt ab, dass der Achtstundentag und die Fünftagewoche in der Form, wie sie derzeit noch üblich sind, aufgelöst werden. "Diese sich ändernden Rahmenbedingungen für bezahlte Arbeit werden insbesondere eine bessere Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familien-und Care-Aufgaben mit sich bringen", prognostizierte die Zukunftsforscherin.

Frauen müssen die neue Arbeitswelt in ihrem Sinne mitgestalten
Elisabeth Thesing-Bleck, B.F.B.M.-Mitgliedsfrau aus Aachen, die den Kongress besucht hat, zieht folgenden Schluss: "Die mühsam erstrittenen Rahmenbedingungen für Frauen-Erwerbstätigkeit lassen sich kaum auf digitale Arbeit übertragen. Damit wir wirklich von dem Wandel profitieren können, müssen sich Frauen jetzt darüber klar werden, welche Rahmenbedingungen sie für ihre Lebensentwürfe brauchen und entsprechende Forderungen einbringen."

Bei der Veranstaltung "online trifft offline" diskutierten junge, feministische Netzaktivistinnen und ältere Feministinnen, die ihre Wurzeln in der Frauenbewegung der 70er Jahre haben. Die zentralen Fragen lauteten: Was bedeutet Digitalisierung für unsere feministischen und frauenpolitischen Anliegen? Welche Chancen, aber auch Gefahren erwachsen durch das Netz? Ein Themenschwerpunkt war dabei das Cyber-Mobbing, das Frauen und Mädchen stärker trifft als Jungen und Männer. Dagmar Freudenberg vom Juristinnenbund forderte die Einführung von entsprechenden Straftatbeständen und eine bessere Identifikations-Möglichkeit von IP-Adressen. Auf großes Interesse stieß auch das Thema Netz-Feminismus. Online-Aktivitäten sind niedrigschwellig und leicht umzusetzen, entfalten aber nicht die gleiche Wirkung wie eine physische Demonstration. Einig waren sich jedoch alle Teilnehmerinnen in einem Punkt: Online-Aktivistinnen müssen stärker online abgeholt werden! Und deshalb müssen sich die meist älteren "Offline-Feministinnen" stärker ins Netz vorwagen, um die in vielen Organisationen fehlenden jungen Frauen für ihre Konzepte zu gewinnen.

Weitere Infos unter: https://www.gleichstellungimnetz.nrw/mgepa/de/home/info/id/36

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